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Jun 23 2007

Und es waren doch Pharisäer

Am 28. Juni anno 2007 will der 27-jährige SVP Kantonsrat Xaver Schuler zum zweiten Stimmenzähler gewählt werden. Er ist ein Mann aus dem Volk und hat sich in den vergangenen Jahren für die Einbürgerung als politischer Akt, für die Verwahrungsinitiative, für das neue Ausländer- und Asylgesetz, gegen die Personenfreizügigkeit mit den neuen EU-Staaten, gegen Schengen/Dublin, für geheime Wahlen und Abstimmungen eingesetzt. Alles Anliegen, welche mit jeweils rund 60% und mehr vom Schwyzer Stimmvolk unterstützt wurden.

Da kamen ein paar Bergprediger und sagten: Ein Mann vom Volk könne nicht zum Kantons­ratspräsidenten gewählt werden. Zwar unterstützen sie die Einbürgerungen als politischen Akt, doch bei der Abstimmung in Bern müsse dieses Ansinnen abgelehnt werden. Die Ver­wah­rungsinitiative sei wichtig, um die übelsten Übeltäter in Gewahrsam zu nehmen. Doch müsse den übelsten Übeltätern eine zweite Chance gegeben werden (um weitere Übeltaten zu begehen). Und der Rückzug des EU – Beitrittsgesuches sei wichtig, doch seien ihre Vertreter in Bern angewiesen worden, sich der Stimme zu enthalten. Ebenso seien die Armee-Ab­schaf­fungsreform 08-11 und die Parallelimporte für Landwirtschaftsprodukte infolge tieferer Kosten kritiklos zu unterstützen. Das Armee – Sackmesser müsse allerdings in der Schweiz produziert werden, denn die Personenfreizügigkeit führe bekanntlich zu tieferen Lohnkosten. Schliesslich gehe es hier um die 1000 Arbeitnehmerstimmen für die Wahlen 07.

Und die Moral dieser Geschichte: Kantonsrat Xaver Schuler wurde zum zweiten Stimmen­zähler gewählt. Und vor dem gemeinen Volk entpuppten sich die schrulligen und selbster­nann­ten Bergprediger als kaltschnäuzige Pharisäer. Denn eigentlich wollten sie einen Lebens­leitfaden für ihre Mitglieder entwerfen: Wie behandle ich Ehe- und Lebenspartner in der Kri­se. Im christlichen Sinn – versteht sich!

 

Nationalrat Dr. Pirmin Schwander, Präsident SVP Kanton Schwyz

 

Und es waren doch Pharisäer