«

»

Apr 04 2015

Ostertage

Mit allen, die sich wagen, an Versammlungen Anträge und Fragen zu stellen und sich für unseren Kanton und unsere Mitmenschen einzusetzen: Weg mit ihnen! Mit allen, die sich für Freiheit und Verantwortung einsetzen: Weg mit ihnen! Mit allen, die sich gegen Behörden­willkür, Bürokratie, Manipulationen und Täuschungen wehren: Weg mit ihnen! Mit allen, die sich für Lösungen für alle statt für ein paar wenige einsetzen: Weg mit ihnen!

Aber was haben diese denn getan? Nichts – äh …, wir wissen es nicht. Aber sie halten uns den Spiegel vor. Das ertragen wir nicht mehr. Vielmehr möchten wir unser Ge­sicht wahren, unangenehmen Entscheidungen ausweichen und uns auf Nebenschau­plätzen profilieren und rechtfertigen. Unser Motto: Lavieren, blamieren und taktieren statt agieren, motivieren und reflektieren.

Dann dürfen wir also keine kritischen Fragen mehr stellen, zum Beispiel zur Staatsrechnung 2014? Dann dürfen wir also nicht mehr darauf hinweisen, dass wir seit mehr als 15 Jahren auf die Missstände aufmerksam gemacht haben, und dass unsere konstruktiven Lösungsvor­schlä­ge von einer Parlamentsmehrheit laufend verunglimpft und abgelehnt wurden?

Nein, das dürft ihr nicht mehr. Im Vormarsch sind jetzt die niederträchtigen und kaltschnäu­zigen Provinzpolitiker. Mit dem Etikett der christlichen Nächstenliebe um den Hals drängen sie nach Bern. Da habt ihr keine Chance mehr.

Und dennoch, sie kommt, die Wende. Mit 7 zu 0 und mit 100 zu 0 Stimmen wird die Staats­rech­nung 2014 abgelehnt. Ein grossartiges und symbolträchtiges Zeichen der Hoffnung. Keine Verachtung der Fakten mehr. Der dringend notwendige Marschhalt kommt. Es wird eingesehen, dass zuerst analysiert, kritisiert und nach Lösungen für alle gesucht werden muss. Ein grosser Dank an all jene, welche bereits begonnen haben, daran zu arbeiten.

Oder sind die Ostertage einfach ein paar Freitage?

 

4.April 2015                                                                                 Nationalrat Dr. Pirmin Schwander

 

Ostertage